Tauchinformation
Die heute noch grösstenteils unbekannten Riffe im Sudan gehören sicherlich zu den letzten Herausforderungen für abenteuerlustige Taucher/innen. Obwohl bereits in den Fünfzigerjahren Hans Hass mit seiner Unterwasserfotografie an der «Umbria» und in den Sechzigerjahren Jacques Cousteau mit seinem Experiment «Precontinental II» die Tauchgründe des Sudan umfassend dokumentierten, blieb der Sudan ein Reiseziel, das wegen erschwerter Anreise und politischer Unstabilitäten vom Massentourismus verschont wurde. Tauchen im Sudan ist noch immer ein echtes Abenteuer!
Tauchen im Sudan
Der Sudan birgt ein paar fantastische Tauchgebiete: Steilwände, die senkrecht ins unendliche Blau abfallen, eine üppige Unterwasserflora und -fauna, nahezu unberührte, geschichtsträchtige Wracks. Dabei gehören Begegnungen mit den rastlosen Nomaden der Meere zum Tagesprogramm: Hammerhaie, Weiss- spitzenhochseehaie, Mantas und Adler- rochen können an den fantastischen Riffen gesichtet werden. Hier nur einige wenige Beispiele:
Wingate Reef mit der «Umbria»
Der 110 Meter lange, versunkene italienische Frachter, dessen Laderäume immer noch mit Artilleriemunition gefüllt sind, liegt nur ein paar Kilometer vor Port Sudan zwischen 0 und 25 Meter Tiefe und ist ein faszinierender «Spielplatz» für Taucher mit Entdeckerambitionen.
Sha’ab Rumi
Ein Riffsystem mit bekannten und unbekannten interessanten Tauchplätzen wie zum Beispiel das mit Weichkorallen bewachsene Plateau am Südende, an dessen Spitze Hammerhaie und Grauhaie patrouillieren und Dutzende von riesigen Zackenbarschen das Plateau bewachen. Oder der Drift im Osten mit den Überresten von Jacques Cousteaus «Precontinental II» und riesigen Gärten von Broccoli-Weichkorallen.
Sha’ab Suedi
Ein anderes Riffsystem weiter nördlich mit endlosen, prachtvoll bewachsenen Steilwänden und einmaligen Steinkorallengärten oder dem 120 Meter langen Toyota-Frachter «Blue Belt», der von 20 bis über 90 Meter Tiefe mit dem Bug nach oben liegt.
Mesharifa
Eine wenige Meter tiefe Lagune, in der sich jährlich im September/Oktober bis zu 80 und mehr Mantas zum Paaren treffen. Ein Schauspiel der ganz besonderen Art!
Besonderes
Aufgrund der teilweise anspruchsvollen Tauchgänge wird ein Minimum von 40 geloggten Tauchgängen und ein Advanced-Brevet empfohlen. Auf den meisten Schiffen gilt eine maximale Tauchtiefe von 30 Metern. Deko-Tauchgänge sind verboten. Tauchen Sie innerhalb Ihrer persönlichen Grenzen und Ihrem Brevet entsprechend. Im Sudan gibt es keine Dekompressionskammer. Die nächsten Dekompressionskammern befinden sich in Marsa Alam, Ägypten, oder Jeddah, Saudiarabien. Es ist nahezu unmöglich, diese in kurzer Zeit zu erreichen. Im Tauchgepäck dürfen auch wichtige Ersatzteile wie Maskenband, Flossenbänder, Mundstücke, O-Ringe, usw. nicht fehlen.